Hysterektomie (Gebärmutterentfernung)

Diese Operation ist notwendig bei bösartigen Erkrankungen sowie bei

· Hypermenorrhoe (starke Blutung)

· Polymenorrhoe (häufige Blutung) 
· Dysmenorrhoe (schmerzhafte Blutung) 
· Uterus myomatosus (Gebärmuttermyome) 
· Dyspareunie bei Retroflexio uteri (schmerzhafter Geschlechtsverkehr bei Gebärmutterknickung) 
· Adenomatöse Hyperplasie (Schleimhautwucherung der Gebärmutter) 
· Endometriosis uteri (Gebärmutter-Endometriose)

Bei der üblichen Methode wird die Gebärmutter entweder durch die Scheide oder durch einen Bauchschnitt entfernt.

Die Gebärmutter vor der Operation
Während der Gebärmutterkörper in der Bauchhöhle fast frei hängt, liegt der Gebärmutterhals außerhalb der Bauchhöhle. Er ist im Beckenboden fest verankert und bildet praktisch den unteren Abschluß der Bauchwand.

Nach der Operation

Nach der Entfernung der Gebärmutter verbleibt die Scheide zunächst als nach oben offenes Rohr. Dann wird das Scheidenende vernäht.
Die Scheide entspricht dann einem geschlossenem Zylinder.
Durch die Entfernung des Gebärmutterhalses entsteht eine Gewebslücke im Beckenboden.

Diese schwache Stelle macht sich bei allen abrupt stoppenden Bewegungsabläufen, wie sie beim Treppabsteigen, Bergablaufen, Joggen, Tennisspielen, Kegeln oder Tanzen vorkommen, als leichter Schmerz bemerkbar. Auch die Bauchpresse, wie sie z.B. beim Singen angewendet wird, ist sehr unangenehm. Außerdem werden bei der Entfernung des Gebärmutterhalses zahlreiche Blutgefäße und Nervenfasern durchtrennt, die nicht nur den Gebärmutterhals, sondern auch das obere Ende der Scheide versorgen. Hieraus und durch die Narbenbildung wird das Scheidenende weitgehend unempfindlich.

Wird die Gebärmutter durch einen Bauchschnitt entfernt, können zusätzliche Beschwerden entstehen. Die Bauchnarbe ist nicht nur aus kosmetischen Gründen unangenehm, vielmehr kann sie auch zur funktionellen Beeinträchtigung führen.

Bei über 90% der Hysterektomien ist der Gebärmutterhals gesund und braucht nicht entfernt zu werden. Die so oft proklamierte Angst, es könnte am Gebärmutterhals eine bösartige Erkrankung entstehen, hat sich als völlig unbegründet erwiesen. Der Gebärmutterhals ist für die Vorsorgeuntersuchung sehr gut zugänglich. Jegliche Erkrankung kann somit rechtzeitig entdeckt und behandelt werden.

Deshalb kann zumeist die viel schonendere Methode der Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) angewendet werden, bei der der Gebärmutterkörper unter Belassung des Gebärmutterhalses entfernt wird. Diese Operation kann bei fast 95% der Fälle (unabhängig von der Größe der Gebärmutter) endoskopisch, d.h. ohne Bauchschnitt durchgeführt werden.

Bei dieser Methode bleibt die Scheide völlig unberührt, der Beckenboden bleibt intakt, die Bauchdecken ebenso, und die Sexualität der Frau wird nicht beeinträchtigt.
Dr. med. H. Messroghli
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Last updated 1-April-2018